::Startseite

::WortWerk

::BLOGspott

::Impressum

::LiteraTour

::AugenBlick

::Adressen

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meisterwerke aus dem Iranischen

Nationalmuseum in Teheran

 

7000 Jahre persische Kunst

 

Von Christa Tamara Kaul

 

 

Iran, das Land der weiten Hochebenen zwischen Orient und Okzident, war seit Menschengedenken ein Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen und zivilisatorischer Einflüsse. Die hier ansässigen Völker haben seit der vor- und frühgeschichtlichen Zeit bemerkenswerte Zeugnisse materieller und geistiger Kultur hervorgebracht und leisteten somit einen eigenständigen Beitrag zur Entwicklung der großen altorientalischen Zivilisationen. Das legendäre Weltreich der achaimenidischen Großkönige vom 6. bis zum 4. vorchristlichen Jahrhundert sollte schließlich zum Ausgangspunkt jener ungebrochenen Faszination werden, die in der Geschichtsschreibung Herodots, in Marco Polos Reisebeschreibungen oder in Goethes "West-östlichem Diwan" zum Ausdruck kommt. Über zwei Jahrzehnte nach der Islamischen Revolution 1979 war es möglich geworden, dass knapp 180 kostbare Objekte vom Iranischen Nationalmuseum in Teheran ausgeliehen wurden, um dem europäischen Publikum die Bedeutung der vorislamischen Kultur Irans vor Augen zu führen.

Die Ausstellung umfasste ein gewaltiges kulturhistorisches Panorama von 7000 Jahren Zivilisationsgeschichte und zeichnete anhand ausgewählter archäologischer Funde die wichtigsten Entwicklungsphasen dieses uralten Kulturraums nach. Die ältesten Objekte - zwei Tonfigurinen aus dem 7. und 6. vorchristlichen Jahrtausend - markieren einen entscheidenden Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: die sogenannte "neolithische Revolution", in deren Verlauf die steinzeitlichen Jäger und Sammler in weiten Gebieten des Nahen Ostens sesshaft wurden, um Viehzucht und Ackerbau zu betreiben. Die darauffolgenden technologischen Neuerungen und zivilisatorischen Leistungen der Bronze- und Eisenzeit wurden in der Ausstellung in repräsentativ zusammengestellten Objektgruppen wie den Chloritgefäßen aus Shahdad, den Keramiken aus Marlik Tepe, den berühmten Bronzen aus Luristan, den Edelmetall- und Elfenbeinfunden aus Ziwiye und Hasanlu sichtbar.

In der Antike entwickelte sich das Perserreich zu einem Vielvölkerstaat von bis dahin nicht gekannten Ausmaßen. Bereits Kyros dem Großen gelang es, die überkommenen Ordnungsstrukturen des gesamten Vorderen Orients neu zu gestalten und die Achaimenidendynastie (558-330 v. Chr.) zum mächtigsten Fürstengeschlecht seiner Zeit zu machen. In ihren monumentalen Hauptstädten Persepolis, Susa und Parsagadae versammelten die persischen Großkönige sagenhafte Reichtümer - in der Ausstellung waren es vor allem die prunkvollen Silber- und Goldgefäße, die diese höfische Repräsentationskunst beispielhaft demonstrierten.

Mit der Eroberung Persiens durch Alexander den Großen und den ihm nachfolgenden seleukidischen Königen (312 - um 139/38 v. Chr.) gewann griechischer Einfluss im künstlerischen Schaffen des Perserreiches zunehmend an Bedeutung, dem sich auch die Herrscherdynastie der Arsakiden (247 v. Chr.-224 n. Chr.) nicht verschließen konnte. Diese heute nur schwer fassbare Periode der iranischen Kunstgeschichte wird hier durch eine Auswahl von Skulpturen, Glas und Keramik repräsentiert. Mit dem Herrschaftsantritt der Sassaniden (224-621 n. Chr.) erfolgte eine bewusste Rückbesinnung auf die große kulturelle Tradition der achaimenidischen Blütezeit.  Besonders die prachtvoll dekorierten Silberschalen der sassanidischen Periode vermittelten einen nachhaltigen Eindruck vom hohen Entwicklungsstand des Kunstschaffens.

Silber-, Keramik- und Glasobjekte aus der frühislamischen Zeit bildeten den Mittelpunkt der letzten Objektgruppe, die den weitgespannten Überblick persischer Kunstgeschichte abrundete. An ihnen wurde einerseits der Einfluss des sassanidischen Kunstschaffens sichtbar, sie zeigen andererseits aber auch die neuen Elemente in Form und Dekor, die sich schließlich zu einer eigenständigen islamischen Bildersprache entwickeln sollten. Eine aufwendig gestaltete Koranhandschrift auf Pergament aus dem 9./10. Jh. als Schlusspunkt der Ausstellung symbolisierte den Beginn tiefgreifender kultureller Veränderungen, die schließlich auch das Gebiet des alten Iran erfassten.

Die Ausstellung wurde von dem  Kunsthistorischen Museum Wien erarbeitet und war dort vom 22. November 2000 bis zum 16. April 2001 zu sehen. In der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn wurde die Ausstellung vom 10. August 2001 bis zum 6. Januar 2002 präsentiert .

 

Quelle der Angaben dieser Seite: 

Kunst- und Ausstellungshalle Bonn 

 

Löwenrhyton
Ekbatana (Hamadan, westl. Zentral-Iran)
500 - 450 v. Chr.
Gold, 22,3 cm/ Ø 19,5 cm
© Teheran, Nationalmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Becher mit drei Widderköpfen
Kalmakareh-Höhle bei Pol-i Dohtar (Luristan, West-Iran)
5./4. Jh. v. Chr.
Silber, 23 cm/ Ø 13 cm
© Teheran, Nationalmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Armreifen mit Löwendekor
Ziwiye (Kurdistan)
8./ 7. Jh.v.Chr.,
Gold
©Teheran, Nationalmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reliefkopf eines bärtigen Mannes. Persepolis
Zeit des Darius
522 - 486 v. Chr.
30 x 23 x 12 cm
© KHM, Ägyptisch Orientalische Sammlung

 

 

 

 

 

 

Adressen zum Thema

Iranian Cultural Heritage
www.archaeologie-online.de/
www.int-pub-iran.com/
www.parthia.com/

 

                                      

© Christa Tamara Kaul