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Dieser Text basiert auf einem Vortrag, gehalten im Jahr 2000 in der Bildungsstätte Schloss Eichholz der Konrad-Adenauer- Stiftung.

 

 

 

 

Ebenfalls zu diesem Thema veranstaltete die Evangelische Akademie Bad Boll ein mehrtägiges Seminar unter dem Thema

"Lust auf Zukunft - Junge Eliten - Die Unternehmer ihrer selbst"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Paradigmenwechsel 

Zukunft der Arbeit - Arbeit der Zukunft

 

Von Christa Tamara Kaul

 

 

Dass sich Gesellschaften und Volkswirtschaften weltweit in einer fundamentalen Umbruchsphase befinden, ist mittlerweile Allgemeingut: Wir sind mitten drin im technologisch basierten Wandel von der Industrie- zur sogenannten Informations- oder Wissensgesellschaft. Es findet ein wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Paradigmenwechsel statt, der faszinierende Perspektiven eröffnet, aber auch von großer Ambivalenz ist. Großartigen, bisher ungekannten Chancen stehen noch unbewältigte Probleme und unerwünschte Nebenwirkungen gegenüber.

 

Zu den tiefgreifendsten Begleiterscheinungen dieser Transformation gehören im Gefolge der sogenannten Globalisierung, also der weltweiten Vernetzung von Staaten, Ökonomien und Individuen, die mit einem Auf- und Wegbrechen traditioneller Strukturen und ökonomischer Rahmenbedingungen einhergeht, vehement spürbare Konsequenzen am Arbeitsmarkt. Die gegenwärtige Arbeitsplatzkrise ist im Wesentlichen Teil der Endwehen des Auslaufmodells „Industrielle Erwerbsgesellschaft“. Dementsprechend gehören Entwürfe neuer Arbeitsmodelle zu den wichtigsten und spannendsten Aufgaben der Zukunftsgestaltung. Wie wird Arbeit zukünftig aussehen? Wie werden erfolgreiche Berufslaufbahnen verwirklicht werden können, welche Qualifikationen erfordern sie? Aber auch: welche Herausforderungen kommen durch die neuen ökonomischen Bedingungen auf die gesamte Lebensplanung der Menschen zu und wie werden sie die Werteorientierung und den Lebensstil beeinflussen?  

 

Von der Angestelltenmentalität zu einem "neuen" unternehmerischen Denken 

 

Die grundsätzlich im Rahmen von Informationsgesellschaft und Globalisierung weltweit wachsende Chancengleichheit für immer mehr Menschen hat, wie nahezu alles, ihre zwei Gesichter. Die Aussicht, dass sich zukünftig weltweit immer mehr Menschen mit der gleichen Chance auf Erfolg um die anstehende Arbeit bemühen werden, sorgt nicht nur für eine "größere Gerechtigkeit", sondern auch für mehr Konkurrenzdruck und lässt lange Zeit bewährte Wettbewerbsvorteile, auch alte Standortvorteile, in den Hintergrund treten.

Die vielfach erwähnte Digitalisierung wirtschaftlicher Prozesse sowie die überproportionale Zunahme wissensbasierter Dienstleistungen lassen tradierte Hierarchien untergehen. Sie erfordern neue Lebens-, Arbeits- und Erwerbsformen. Die angemessene Reaktion auf diese aktuellen Herausforderungen kann gemäß aller fachkundigen Prognosen nur in einer hochrangigen, ständig aktualisierten Bildung und in deutlich stärkerer Eigeninitiative als bisher liegen. Selbstorganisation, Flexibilität und lebenslanges Lernen jedes einzelnen werden als Krisenlöser angesehen. Arbeit, auch als Quelle der Erwerbstätigkeit, wird es nach wie vor geben. Aber: Sie kann erstens nicht mehr vollständig mit bezahlter Erwerbstätigkeit gleichgesetzt werden und wird darüber hinaus nicht mehr mit linearen, vornehmlich im Angestelltenverhältnis lebenslang die Existenz sichernden Berufs- bzw. Erwerbsbiographien verbunden sein. Prognosen gehen davon aus, dass in wenigen Jahren nur noch 50 Prozent der Arbeitsplätze dauerhaft sein werden, Tendenz eher abnehmend. 

Arbeit wird in Zukunft so weit wie irgend möglich "außer Haus" gegeben werden. Sie wird großenteils an spezialisierte (Klein)Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler verteilt und die gewünschte Leistung kostengünstig, d.h. ohne Lohnnebenkosten eingekauft werden. Mehrere Tätigkeiten und Projektbeteiligungen nebeneinander, auch Mischformen von angestellter Teilzeittätigkeit und zusätzlichem freiberuflichem Einsatz, werden für die meisten Menschen eher die Regel als die Ausnahme bilden.

 

Selbstvermarktung

 

Welche neuen Berufsfelder werden entstehen und welcher Menschentyp wird ihnen professionell gerecht werden? Mehr oder minder gilt die Devise: Der Weg zu beruflicher Erfüllung, zu Erfolg und Geld verläuft nicht mehr vertikal, sondern horizontal. Der Profi der Zukunft klettert gemäß den Prognosen nicht mehr als Dauerangestellter einer oder einiger weniger Firmen die Karriereleiter hoch, sondern arbeitet im Laufe seines Lebens mit vielen Partnern und Auftraggebern per Kurzzeitvertrag oder Auftragserteilung an unterschiedlichen zeitlich befristeten Projekten zusammen. Er/sie "managt" sich selbst sozusagen als ein Unternehmen, das Kreativität, Arbeitskraft und Kenntnisse anbietet.

 

Die Zukunftsfähigkeiten

 

Um der allseits geforderten Flexibilität genügen zu können, sollte das Kompetenzspektrum möglichst breit und die Bereitschaft zum jederzeitigen Ausbau der Kenntnisse sowie zum Wechsel der Einsatzfelder gegeben sein. Den Arbeitsplatz einschließlich der notwendigen technischen Ausrüstung schafft und organisiert er/sie selbst, die Arbeitszeit hängt weitestgehend von der eigenen Einteilung ab. Was aber heißt, wie von Freiberuflern und Selbstständigen heute schon hinlänglich bekannt ist, dass er/sie in der Regel mehr arbeiten wird als der heute durchschnittliche Angestellte, denn "am leichtesten beutet sich immer noch jeder selbst aus". Dennoch wird die Individualisierung des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit überwiegend als Steigerung der Lebensqualität angesehen. 

Die obersten Qualitätsmerkmale zukünftig Erfolgreicher, also der neuen Unternehmer ihrer selbst, sind die Fähigkeiten, eine Vielzahl von Aufgaben koordinieren, den eigenen Tätigkeitsbereich durchorganisieren und ein professionelles Selbstmarketing betreiben zu können. Auf wenige Schlagworte gebracht: Selbstmanagement sowie Koordinations- und Kommunikationsfähigkeit haben höchste Priorität. Fachkompetenz wird dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Darüber hinaus wird erwartet, dass zusätzliche Fachkompetenzen je nach Bedarf immer wieder, oft durch "learning by doing", hinzugewonnen werden, gemäß dem Stichwort vom lebenslangen Lernen.

 

 

         Christa Tamara Kaul:  Das Unternehmen ICH

Auf dem Weg zu neuen Arbeitsformen und Berufsbiografien

 

Inhalt

  Die aktuelle Situation

  Merkmale der „neuen Arbeit“

  Aufträge statt Arbeitsplätze

           Neue Organisationsformen zukünftiger Erwerbsarbeit

           Vernetzung - Uralte Evolutionsformel wird brandaktuelles Organisationsprinzip:   

               Networking, Virtuelle Unternehmen, Praxisnetze

           Neue Arbeit jenseits des Erwerbssystems

           Paradigmenwechsel der Arbeit  -  Wertewandel der Gesellschaft

 

       Vortragstext (kostenpflichtig) auf Anfrage

 

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© Christa Tamara Kaul